Anstatt für alte Gebäude vernünftige Nutzungskonzepte zu erstellen um sie zu erhalten, greifen Städte und Gemeinden immer öfter zum letzten Mittel.
Hier eine Meldung aus der deutschsprachigen Mailingliste zur Archäologie
arch-de@archaeologie-online.de
Ich habe diese Pressemitteilung aus gutem Grund gekürzt: Sie trägt keine Unterschrift oder Kontaktdaten. Bevor uns nicht weitere Informationen aus unseren Reihen oder von regionalen, befreundeten Organisationen vorliegen, wäre es sträflich sie in voller Länge zu zitieren. Abgesehen davon sollte eine glaubwürdige Pressemitteilung kurz und prägnant sein und keinen Roman erzählen.
Gleichzeitig frage ich mich, warum diese Meldung erst jetzt bei der IGB landet. Diese Suppe kocht auch schon eine ganze Weile - wie das Thema Heidbrink ja auch nicht von heute auf morgen entstanden ist.
Es wäre sehr sinnvoll, wenn deartige Vorgänge sofort nach Bekanntwerden an die Vereinsspitze herangetragen werden. Dann kann in Ruhe überlegt werden, welche sinnvollen Reaktionen möglich sind. 5-vor-12-Aktionen nützen niemanden etwas.
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Pressemitteilung September 2009
Die schwierige Situation von Denkmalschutz und Denkmalpflege in einer ehemaligen Thüringer Residenzstadt – Das Beispiel Altenburg
Altenburg, im äußersten Osten Thüringens gelegen, war bis zum Ende des deutschen Kaiserreichs 1918 Residenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg. Dieser Epoche verdankt die Stadt eine Vielzahl imposanter Gebäude wie Schloss, Marstall, Teehaus mit Orangerie, Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche, Landestheater, Landratsamt (ehem. Ministerium), ehem. Landesbank, Lindenau-Museum u.v.m. Hinzu kommen noch eine Reihe mittelalterlicher Bauten – Bartholomäikirche, Nikolaikirchturm und allen voran die Roten Spitzen (ehem. Augustiner-Chorherrenstift – gegründet von Kaiser Friedrich Barbarossa). Die Einzigartigkeit der Stadt liegt aber darin, dass diese historischen Gebäude eingebettet sind in eine Altstadt, die trotz baulicher Veränderungen ihren mittelalterlichen Stadtgrundriss bis heute weitgehend behalten hat.
Im Gegensatz zu vielen Städten Deutschlands, für die die Zerstörungen im 2. Weltkrieg schmerzliche Verluste an historischer Bausubstanz brachten, war die sträfliche Vernachlässigung der Innenstadt in den 40 Jahren DDR für Altenburg die größte Bedrohung. Viele Gebäude konnten nicht erhalten werden, standen leer, verfielen zusehends; ganze Straßenzüge wurden abgerissen. Mit der Wende wurde der Abriss gestoppt. Die Stadtväter erließen sowohl eine Sanierungs- als auch eine Erhaltungssatzung für die Altstadt. Altenburg wurde in die Bund-Länder-Städtebauförderprogramme aufgenommen. Mit Hilfe der Millionen Fördergelder, die seit 1990 geflossen sind, konnten die wichtigsten Gebäude erhalten oder zumindest baulich gesichert werden, so dass sie nicht weiter verfielen. Neben Schloss, Lindenau-Museum, Theater, Mauritianum, Rote Spitzen, Nikolaikirchturm, Kunstturm u.v.m. konnten auch viele Bürgerhäuser seitdem gerettet und wieder genutzt werden.
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Wir bitten Sie um Unterstützung, damit es in Altenburg zu einem Umdenken beim Umgang mit der historischen Bausubstanz kommt und der Abriss weiterer denkmalgeschützter Gebäude in der Altstadt verhindert wird.
Altenburg im September 2009