Das alte Schulhaus in Hummersen
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Das Haus

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Das Sanierungskonzept ...

... war für mich gar nicht so einfach zu erstellen. Aber mit Hilfe unseres Architekten, des Internets (Fachwerkforum und Forum der IGB), einiger Fachbücher und nicht zuletzt durch die vorbildliche Unterstützung des zuständigen Denkmalpflegers der unteren Denkmalschutzbehörde in Lügde gelang es mir dann doch ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten. Großes Kopfzerbrechen machte mir die (nicht zwingende, aber erwünschte) Erstellung des Raumbuches.

Anfangs war uns nur klar, dass wir so viel wie möglich erhalten wollen. Aber bevor der Kauf nicht vollständig unter Dach und Fach war, durften wir ja offiziell nichts tun was den Zustand des Hauses in irgendeiner Weise veränderte. Wir mussten unseren Forscherdrang also etwas zügeln. Glücklicherweise hatten und haben wir ein sehr gutes Verhältnis zur Vorbesitzerin, die uns erlaubte, schon mal so ein klein wenig zu schauen wo die eigentlichen Knackpunkte sind.

Wir haben das Haus zu einem relativ ungünstigen Termin gekauft: die Neuwahlen standen ins Haus und damit aller Wahrscheinlichkeit auch ein Regierungswechsel. Wir mussten damit rechnen, dass die finanzielle Unterstützung durch das Dorferneuerungsprogramm gekürzt wird oder sogar ganz weg fällt wenn wir nicht noch im gleichen Jahr die Anträge stellen. Da aber eines vom anderen abhängt: Die Zustimmung der Denkmalbehörde zum Sanierungskonzept, die Baugenehmigung und die Zusage vom Amt für Agrarodnung für die Gelder aus dem Dorferneurungsprogramm, die Zusage der Bank für den Kredit der KfW-Bank und den Hauskredit, war etwas Eile geboten. Diese Wochen waren derart stressig, dass ich manches Mal dachte - das schaffen wir doch nie. Es fing schon damit an, dass das beauftragte Architekturbüro geschlagene 4 Wochen dazu brauchte, um endlich das Aufmaß zu erstellen. Gefolgt von der lapidaren Bemerkung, dass man nun erst mal 2 Wochen in Urlaub gehe und warum es uns denn überhaupt so eilig wäre ...

Kurzerhand wechselten wir den Architekten, leider war auch diese Zusammenarbeit nicht ganz so befriedigend wie wir uns das vorgestellt hatten. Aber wenigstens konnten wir die Termine halten.

Wir haben dann mit der Dokumentation der Schäden an Fenster und Türen angefangen. Alles wurde mehrfach fotografiert und handschriftlich dokumentiert. Zuletzt erstellte ich eine Fenster- und Türenliste mit der Angabe des Zustands. Leider habe ich es versäumt, die dazugehörigen Bilder entsprechend zu benennen. Da aber alles in Reihenfolge und mit einer Digitalkamera aufgenommen wurde, rächt sich dieses Versäumnis nicht gar so sehr. Ich finde die richtigen Aufnahmen trotzdem recht schnell, dank der fortlaufenden Nummerierung und der mitgespeicherten Zeitangaben.

Anschließend versuchten wir, hinter die Kulissen zu schauen. Die Schäden an den Kehlen waren unübersehbar, auch dass die Westseite am stärksten in Mitleidenschaft gezogen war. Hier war die Schwelle stark geschädigt. Insgesamt an 3 Hausecken waren die Eckständer nicht mehr "gesund" und innen konnten wir mit der Zeit feststellen, dass Holzwurm und Co. sich wohl in den vergangenen 2 Jahren, in denen das Haus leer stand, sehr wohlgefühlt haben mussten. Im ehemaligen Schulraum war ein früherer Wasserschaden an der Holzverkleidung erkennbar. Auch dass der Originalfußboden aus breiten Eichendielen unter dem jetzt sichtbaren noch vorhanden war haben wir rausgefunden. Leider stellte sich recht bald heraus, dass diese Dielen völlig unbrauchbar waren.

Die Wände waren größtenteils tapeziert, darunter befand sich ein Kalkanstrich auf Lehmputz. Wir versuchten herauszubekommen, aus wie vielen Schichten und Farben der Kalkputz eigentlich bestand. Das gelang uns nur ganz rudimentär.

Alle Befunde und Schäden wurden säuberlich notiert und fotografisch dokumentiert. Anschließend nahm ich mir die Vorlage zum Raumbuch vor. Es dauerte nicht lange, und ich hatte den "Dreh" raus, wie die richtige Struktur auszusehen hat. Schließlich habe ich einige Erfahrung im Erstellen von strukturierten Dokumenten, als Sekretärin lernt man das ;-)

In der Zwischenzeit kümmerte sich unser Architekt um die Eingabeplanung. Der Hausherr übernahm die Verhandlungen mit seinem Banker, mit Hilfe meiner Unterlagen verliefen die aber auch ohne Komplikationen. Nach nur 4 Wochen war alles unter Dach und Fach und nach weiteren 2 Wochen gehörte das Haus ganz offiziell uns. Insgesamt waren seit der Erstbesichtigung "nur" 3 Monate vergangen. Am 3.10.05 kam die Zusage aus dem Amt für Agrarodnung, nur die Zusage aus Münster fehlte noch. Offizieller Baubeginn war dann aber am 10.Oktober 2005.

Mehr dazu im Link Bautagebuch

 

 

Download

raumbuch (Auszug).pdf
bestand_fenster (Auszug).pdf
bestand_tueren (Auszug).pdf

Schadensbilder

Schaden an der doppelflügeligen Eingangstüre

Schaden an der doppelflügeligen Eingangstüre

Schaden an der Küchendecke

Schaden an der Küchendecke

Schaden an der Westwand im OG/linke Abseite

Schaden an der Westwand
im OG/linke Abseite

Schaden am Eckständer Nordseite links/Ostseite rechts

Schaden am Eckständer
Nordseite links/Ostseite rechts

Ideen, Wünsche, Vorstellungen

 

Das ist immer so eine Sache mit den Ideen und Wünschen.

Natürlich hatten wir Anfangs einige Vorstellungen, die wir aber ganz schnell wieder vergessen konnten und auch haben. So ein altes Haus kann man nun einmal nicht in einen Traumhausneubau verwandeln.

Der Grundriss unserer alten Schule ist gegenüber anderen alten Häusern fast schon monumental. Vor allem die hohen Wände schaffen mit ihren 3,20 m im EG und 2,60 m im OG weite und luftige Räume.

Klicken Sie auf die Grundrisse.

Der Hauseingang befindet sich auf der Nordseite. Durch die doppelflügelige Tür (die einflügelige, ehemalige Eingangstüre für die Schüler wurde fest verschlossen) gelangt man in eine geräumige Diele. Hier befindet sich auch ein Kamin, der in der Übergangszeit für kuschelige Wärme sorgt.

Der ehemalige Schulraum hat eine Grundfläche von ca. 30 m² und ist mit 4 großen Fenstern sehr hell, obwohl die Außenwände an der Nord- und Ostseite liegen. Dieser Raum ist unsere "Gute Stube".

Der dahinter liegende Raum ist unser Esszimmer, das von der Küche und dem Wohnzimmer aus erreicht wird. Auch hier ist auf 16 m² Platz genug für unseren großen Esstisch mit 6 Stühlen, einem alten Küchenschrank und einer alten Anrichte. 2 Fenster an der Ost- und Südseite bringen viel Licht in den Raum.

Die Küche hat einen relativ ungünstigen Schnitt, ist aber mit ihren ca. 16 m² immerhin groß genug. Leider hat sie nur ein Fenster an der Südseite, direkt am Anbau. So ist sie relativ dunkel. Dafür ist die zentrale Lage ideal.

Das Bad ist für unsere Begriffe mit seinen fast 14 m² ein Tanzsaal. Das große Fenster auf der Westseite bringt genügend Helligkeit und der Durchgang zur Ankleide und in die Waschküche ist mehr als nur geschickt.

Für Toilette und Waschküche wurde in die ehemalige Speisekammer eine Zwischenwand eingezogen. Ein separates WC muss einfach sein.

Die Ankleide hat beinahe die gleiche Grundfläche wie unser Bad, hat ebenfalls ein Fenster auf der Westseite und einen Durchgang zum Schlafzimmer.

Das Schlafzimmer ist mit seinen fast 20 m² beinahe doppelt so groß als das, was wir in unserem vorherigen Haus hatten. Ich freue mich schon auf diese Geräumigkeit ohne sperrigen Schrank. Die beiden Fenster auf der Nordseite und das an der Westseite machen den Raum schön hell.

Ideal ist, dass man alle Räume von allen Seiten aus erreichen kann.

Eine recht steile Holztreppe führt ins Obergeschoss. Dort befinden sich 2 ausgebaute Räume, 3 Dachkammern und der Durchgang zum ehemaligen Heuboden. Der linke Raum wurde mit der Räucherkammer zusammengelegt (sichtbares Fachwerk) und ist das Gästezimmer. Rechts das Reich des Hausherrn, das zusammen mit der rechten Abseite (sichtbares Fachwerk) ein sehr gemütlicher und heller Raum ist. Der ca. 60 m² große Heuboden wurde zum Hobbyraum für die Hausherrin ausgebaut. Wir haben bewußt auf Dachfenster verzichtet, auf Kosten des einfallenden Tageslichts. Aber da an den einzelnen Arbeitsplätzen auch tagsüber immer eine künstliche Beleuchtung notwendig ist, erschienen uns Dachfenster überflüssig. Das Fenster auf der Südseite läßt zumindest an Sonnentagen viel Licht herein.

Zwischen Arbeitszimmer und Hobbyraum ist das Gästebad.

Der geräumige Flur und die lange Abseite sind nicht vorneinander getrennt. Die Abseite wird einmal ein kleines Fernseh- und Radio Museum beherbergen. Ein brach liegendes Hobby des Hausherrn ...

In den Spitzboden gelangt man über eine einfache Treppe. Wir haben, bedingt durch den Einbau des Gästebads eine kleine Plattform mit "Tunnel" geschaffen, durch den man auf den Knien rutschend auf den Boden gelangt. Etwas umständlich, aber selbst der Schornsteinfeger hat das so "gefressen". Dort oben ist ein wunderbares Versteck für Schmollgeister und Katzen ;-). Ein Ausbau ist aber nicht geplant, der Boden ist Lagerplatz für alles was man nur einmal im Jahr braucht.

Im Anbau gibt es noch einen Zwischenboden, ideal für alles was man aufheben will, obwohl es eigentlich überflüssig wäre ;-) Das "EG im Anbau" ist Werkstatt und der ehemalige Stall ist nun Heizung. Die ehemalige Miste dient im Winter als Unterstellplatz für die Gartenmöbel und als Trockenplatz für die Wäsche.

Der Keller befindet sich unter dem Wohnzimmer, ist aber nur halb so breit. Dort unten ist es durch die dicken Bruchsteinwände wunderbar kühl und auch feucht. Durch ein kleines Fenster auf der Ostseite kommt Luft rein. Wir werden dieses Fenster im Sommer von außen mit einer Holzklappe abdecken, so dass die warme Außenluft wenig Chancen hat, diesen Raum unnötig aufzuheizen.

Auf dem ehemaligen Hühnerauslauf wurde eine Holzlege errichtet. Der kurze Weg zur Heizung ist ideal

 

Grundrisse

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss OG
Grundriss OG

Grundriss Spitzboden
Grundriss Spitzboden

Grundriss Zwischenboden im Anbau
Grundriss Zwischenboden im Anbau

Grundriss Keller
Grundriss Keller

Abstandhalter
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