Das alte Schulhaus in Hummersen
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Bautagebuch, die Dokumentation des Baufortschritts.

Mai

DIe Arbeiten im Haus kommen nur langsam voran. Die meisten Arbeiten, die noch zu tun sind, kann ich ohne professionelle Hilfe gar nicht leisten. Neue Türstöcke oder die Anschlüsse in Bad und WC, gehören nicht zu den Tätigkeiten die ich mir zutraue. Und in Zeiten von Wirtschaftskrise und der miteinhergehenden negativen Stimmung in der Wirtschaft ist auch mein Bauherr mehr zu Hause als es uns lieb ist. Also warten wir auf bessere Zeiten und hoffen, dass wir bis dahin die Zeit überstehen.

Während des Winters konnte ich aber zumindest die Verkleidungen der Heizleisten und einige andere Verkleidungsarbeiten erledigen und auch die Innenfenster im EG wurden von Link Meister Milling vervollständigt. In diesem Zuge wurden dann auch gleich noch die meisten Fensterlaibungen verkleidet. Im OG habe ich diese Arbeit alleine erledigt. Hier können aufgrund der Konstruktion keine Vorsatzfenster wie unten angebracht werden. Stattdessen müssen die Innenfester direkt in die Laibung gesetzt werden, was die Sache ein klein wenig schwieriger macht. Aber Meister Milling hat da schon die richtige Idee dazu entwickelt.

Die untere Denkmalbehörde hat uns den Antrag auf Anbringung von Schlagläden an allen Fenstern im EG genehmigt. Zum Glück gab es ja ein Fenster, das mit einem Schlagladen versehen war.

Von der Anbringung erhoffen wir uns gerade in den Wintermonaten noch etwas mehr Energieeinsparung und außerdem ein klein wenig mehr mentales Sicherheitsgefühl. Zudem wird das leidige Problem des Wassereintritts bei Unwetter auf der Westseite an den Fenstern gelöst. Sobald der Wind bei Regen direkt auf der Westwand steht (und das kommt sehr oft vor) wird das Wasser derart an die Scheiben gedrückt, dass auch der Wasserschenkel nichts mehr bringt. Also treibt es über den oberen Fensterfalz nach innen, kein dauerhafter Zustand. Jetzt weiß ich auch, warum gerade auf dieser Seite die alten Fenster so extrem geschädigt und auch innen Fensterbänke und Laibungen so verrottet waren.

Drei Schlagläden für die Westseite stehen schon hier. Leider hat Meister Milling nicht rechtzeitig nach den erforderlichen Beschlägen geschaut und nun warten wir auf bessere Zeiten. Na ja, dann können vielleicht auch alle anderen Läden eingebaut werden.

Auch kein dauerhafter Zustand ist die Tatsache, dass wir bei entspechendem Wetter noch immer leichten Wassereintritt an der Hauseingangstür haben. Dazu hat uns unser Architekt Stefan Haar zwar schon eine konstruktive Lösung erarbeitet, die aber mangels Mittel noch nicht ausgeführt werden konnte.

Ebenfalls sehr unbefriedigend ist die Situation an den beiden hinteren Eingangstüren im Anbau. Der Tischler, der uns diese Türen angefertigt und eingebaut hat, hat diese Arbeit weder so ausgeführt wie sie gewünscht war, noch war er bereit seinen Pfusch anhand der Zeichnungen von Stefan Haar zu beseitigen. Da wir in die gutachterliche Beurteilung schon eine Menge Geld gesteckt haben, wollten wir uns eine weitere gerichtliche Auseinandersetzung sparen. Viel mehr als weitere Kosten wäre da nicht dabei herum gekommen. Das haben wir schmerzlich spüren müssen, als trotz anwaltlicher Unterstützung bei der gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Zimmermannsbetrieb nur ein Vergleich heraus kam. Im Grunde hat uns diese Sache schon mehr Geld gekostet als sie es wert war. So geht uns das jetzt auch mit diesem unfähigen Tischler.

Was die Unfähigkeit mancher Handwerker (und auch anderer s.g. Spezialisten am Bau) betrifft - davon könnte ich ein Buch schreiben. Vielleicht sollte ich das mal in Angriff nehmen. Auch den Vorschlag eines guten Freundes sollte ich vielleicht berücksichtigen: Selbst als Spezialistin Vorträge über die Sanierung eines solchen Hauses halten, oder ein Buch schreiben.

Nun ja, ist alles nicht so bierernst zu sehen ... Ich muss aufpassen was ich sage, es soll Menschen geben, die mich dann sofort in eine Schublade stecken wollen. Hab ich mir sagen lassen.

Den wahnsinnigsten Wahnsinn musste ich im vergangenen Jahr erleben. Als mein Bauherr beruflich nach Saudi und nach Süd-Afrika musste. Angebliche Freunde von uns sagten mir zu der Zeit dann tatsächlich nach, ich wäre hier am Durchdrehen. Außerdem ginge nichts weiter an diesem Bau. Die Mail ging dann auch ohne mein Wissen an meinen Mann, der eben auswärts weilte. Ich erfuhr erst sehr viel später davon, als mir auffiel, dass diese "Freunde" sich nicht mehr meldeten. Und dann kam es raus. Eine vernünftige Erklärung habe ich bis heute nicht erhalten. Traurig ist das, sehr traurig. Und mein Vertrauen ist wieder einmal erschüttert, kein Wunder, dass man sich einigelt ...

 

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