Bautagebuch, die Dokumentation des Baufortschritts.
Januar 2007 |
08.
Es geht mit Riesenschritten dem Einzug entgegen. Bis Mitte nächster Woche werden wir wohl endgültig im Haus wohnen können :-))
Heute habe ich die Küchenarbeitsplatte gefliest. Dazu musste ich erst wieder in Übung kommen, zuerst habe ich kleine Fliesenkreuze wegen der Abstände eingelegt, später ging das alles wie von selbst und ohne Hilfsmittel. Morgen wird verfugt, dann können Kochfeld und Spüle eingelegt und angeschlossen werden. Damit wäre die Küche dann (fast) perfekt. Ein paar Kleinigkeiten müssen noch gemacht werden, aber das tut der Funktion erst mal keinen Abbruch.
Im Hobbyraum sind 60 m² Sisalteppich verlegt. Das war was Größeres, die einzelnen Bahnen sind sehr schwer, ich habe mir fast das Kreuz abgebrochen bis alles lag. Zum Schluss hatte ich aufgescheuerte Finger vom Schneiden, Sisal ist sehr grob und hart. Aber die Mühe lohnte sich, es sieht wunderbar aus. Ich brauche schon eine gehörige Portion Geduld weil es noch ein paar Tage dauern wird bis ich den Raum in Beschlag nehmen kann. Erst müssen noch diverse Möbelstücke und die Wand zum Bad gestrichen werden.
Ebenfalls morgen, spätestens Mittwoch, kommen die Schablonen an. Ich habe ein paar hübsche Muster aus Büchern für meine Zwecke umgearbeitet und die Folien lasern lassen. Arbeitszimmer, Gästezimmer, Bad, Hobbyraum und Flur bekommen damit den letzten Schliff.
Ankleide, Schlafzimmer und Diele werden bis Ende der Woche streichfertig gemacht. Ein paar Trockentage noch, und dann sind diese Räume auch nutzbar.
Übrigens hat der neue Backofen schon den ersten Auflauf gesehen/gebacken. Als das Teil in den Schrank eingeschoben wurde, kullerten bei mir die Tränen. Das war wie ein Befreiungsschlag auf den Stress der letzten Wochen. Endlich kann ich wieder unsere heißgeliebten Aufläufe zubereiten, was ich dann auch am gleichen Tag noch gemacht habe. Es war zwar umständlich, weil die Zubereitung hier in der Übergangsbleibe gemacht werden musste, die Form mit Inhalt ins Haus getragen wurde und danach wieder zurück, aber das hat so gut geschmeckt wie schon lange etwas nicht.
Wie verrückt muss Mensch eigentlich sein, wenn er sich das alles hier freiwillig antut? Aber was soll's, wir werden das Ergebnis genießen können.
22.
Uff, es ist geschafft. Die alte Schule ist wieder bewohnt :-))) Frei nach Juliane Werding: Am Tag als Orkan Kyrill kam ... (18.01.07).
Ich hatte irgendwie das Bedürfnis unser Haus nicht alleine lassen zu wollen und beschloss den Einzug. Also packte ich das Notwendigste zusammen und schaffte alles ins Haus.Wir sind verschont worden, ich hatte aber auch alles aufgeräumt und sämtliche Gegenstände, die als Geschosse dienen könnten, festgezurrt oder weggeräumt. Nur die beiden hohen Birnbäume machten mir ernsthafte Sorgen, aber auch sie haben die heftigen Windböen überstanden. Ein paar Meter weiter musste die Trauerweide am See daran glauben. Sie wurde von einer Böe erwischt und brach am Stamm. Ein trauriger Anblick. Um ein Haar verfehlte sie das Nebenhäuschen vom Nachbarn. Im Ort selbst ist anscheinend nicht sehr viel passiert, aber die Wälder ringsum mussten ganz schön Federn lassen. In der Hauptsache fielen Nadelbäume. Unser Holzlieferant erzählte gestern, dass der Wald auf dem Richtung Polle zu 80% vernichtet ist. Richtung Köterberg ist auch eine Schneise der Verwüstung zu sehen.
Tage vorher schon hatte ich Miezi mitgenommen, sie sollte sich schon mal eingewöhnen. Was sie auch sichtlich gerne tat. Theo war nicht zu bewegen, als ob er ahnte das hier irgendwas im Busch ist. Er kam nur noch zum Fressen und war danach sofort wieder weg. Den Sturm erlebte er dementsprechend irgendwo draußen, erst am Samstag konnten wir ihn einsammeln, er hatte offensichtlich wieder einmal eine Beißerei mit einem Rivalen und hinkte leicht. Aber das ist auch schon wieder ausgestanden. Er und Miezi fühlen sich genau wie wir absolut wohl im neuen alten Haus, es ist ja auch so schön groß. Obwohl wir nur ein Drittel der gesamten Wohnfläche nutzen können - das ist wesentlich mehr Platz als in der Übergangswohnung. Das Schönste ist, man kann sich wieder aus dem Weg gehen - trotz Umzugschaos. Männe's Schreibtisch steht schon am Platz, die Küche ist teilfunktionsfähig (die Griffe müssen noch an die Türen), das Gästezimmer wurde erst mal zum Schlafzimmer umgenutzt, das Gästebad ist so gut wie eingerichtet und mein Hobbyraum wird in den nächsten Tagen eingerichtet. Die Wohnung ist fast leergeräumt, Mitte der Woche wird geputzt und dann übergeben.
Männe ist schon wieder unterwegs, ich bin allein und werde mit unserem Freund und Dauerhelfer nun die Restarbeiten erledigen. In ein paar Wochen können wir auch das EG komplett nutzen.
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Februar |
06.
Momentan geht gar nichts mehr. Ich bin derart ausgelaugt und habe zu allem Überfluss auch noch höllische Schmerzen in der rechten Schulter/Oberarm, die ich mit Tabletten betäuben muss. Der Arzt sagt, das ist eine heftige Entzündung. Natürlich hervorgerufen durch die einseitigen Bewegungen in den vergangenen Wochen. Mein Rücken schreit mich auch regelmäßig an. Also habe ich mir, immerhin freiwillig, Ruhe und Erholung auferlegt. So ganz einfach ist das ja nicht, gar nichts zu tun. Also mache ich täglich ca. 1-2 Std. kleinere und leichtere Arbeiten. Aber das bringt mich natürlich nicht sehr viel weiter.
Das Haus ist warm, im Wohnzimmer und Flur zieht es etwas. Im Wohnzimmer, weil es dort 2 Fensterflügel gibt, die verzogen, bzw. die Beschläge schlecht bearbeitet sind. Trotz 8 kw Ofen ist es immer kühl. Was mich nicht wundert, bei dem stetigen Durchzug. Im Flur zieht es durch die Eingangstüren. Die Haupttüre ist noch nicht richtig befestigt, bzw. schlecht konstruiert. Die Nebentüre ist zwar verschraubt und abgedichtet, aber über der Schwelle muss auch noch etwas gemacht werden. Momentan liegen 2 große Kopfrollen vor den Türen, die halten die Kälte wenigstens weitgehend ab. Überhaupt werden uns diese beiden "Baustellen" noch etwas beschäftigen. Es kommt nämlich auch Regenwasser durch. Auch die noch unverkleidete Westseite ist porös wie ein Schwamm. Das Wasser drückt sich durch die Anschlussfugen, teilweise sogar durch das Holz. Als Notmaßnahme hat Männe sämtliche Fenster von oberhalb des Sturzriegels abgeplant. Jetzt bleibt es zwar trocken, aber ich kann die Fenster natürlich nicht öffnen.
Die Fenster - auch noch so ein never ending Thema. Die sind auch alles andere als fertig und funktionstüchtig. Aber auch das muss jetzt warten. Mit Pinsel und Farbe zu arbeiten ist momentan Gift für meinen Arm. Außerdem gibt es ein paar nicht sehr schöne Mängel.
Trotz allem, wir sind hier zu Hause und freuen uns sehr, das Schlimmste geschafft zu haben. Alles andere kommt zur rechten Zeit. |
März |
31.
Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt ... ;-)
Die Erholung ist (scheinbar) abgeschlossen und es geht weiter. Zunächst mit der Einrichtung meines Hobbyraumes. Inzwischen stehen sämtliche Möbel an ihrem Platz, die Büroecke hat ihren Stammplatz gefunden und solange wir noch auf unser richtiges Esszimmer verzichten müssen, haben wir es auch in der Sitzecke mit Eckbank und Tisch gemütlich. Dort läßt sich herrlich frühstücken - wie lange haben wir darauf verzichtet ..., auf die ausgedehnten Stunden an den Wochenenden. Die Mühe hat sich gelohnt. Nun stehen noch ein paar Verschönerungsmaßnahmen an, wie das Nähen der neuen Sitzbezüge für die Eckbank, aber diese Arbeiten sind zweitrangig und können auf Regentage warten. Auch der neue, alte Webstuhl muss noch fertig eingerichtet werden - Verschnürung ist aber nichts, was man mal eben zwischendurch machen kann. Die neue, alte Strickmaschine wartet auch noch auf die feierliche Inbetriebnahme.
Anschließend wurde das Arbeitszimmer des Hausherrn eingerichtet. Was für ein Glück, dass der ständig unterwegs ist und diese Arbeit somit geschickt umgehen konnte. Bis auf diverse Kleinigkeiten, wie den verlängerten Schreibtisch mit Home-PC, ist alles fertig. Nur die Ordung leidet noch etwas, aber das ist auch keine Arbeit für Sonnentage, von denen wir diesem Monat ja schon einige hatten.
Die habe ich dann auch gleich im Garten verbracht, das auch unbedingt notwendig war. Meine vernachlässigten Mitbringsel aus der alten Heimat sahen schlimm aus. Sämtliche Pflanzen, die ja noch immer in den Transporttöpfen stehen, mussten kräftig geschnitten werden. Ich fürchte, mein weißer Oleander hat den letzten Sommer nicht überstanden; was ein herber Verlust wäre, er war eine stattliche Pflanze. Ein paar Stauden haben auch nicht überlebt. Aber das läßt sich verschmerzen, das Gartenkonzept sieht in der Zwischenzeit völlig anders aus, so dass ich Einiges sowieso verschenkt hätte.
Das grüne Frühstückszimmer auf der Ostseite ist voll in Vorbereitung. Nach Ostern wird der befestigte Sitzplaz angelegt und anschließend die Beete bestückt.
Außerdem wurde die Werkstatt gestylt. Die frisch mit Kalk verputzten Gefache wurden weiß gestrichen, das Fachwerk mit einer Mischung aus Druckerfarbe und Leinöl frisch geschwärtzt. Das sieht richtig gut aus, fast schon zu schade für eine Werkstatt. Leider sieht der Boden nicht ganz so toll aus. Die Verfugung mit Kalkmörtel war anscheinend an einigen Stellen zu trocken, dort bröselt das Material. Da müssen wir wohl noch einmal ran - später. |
April |
10.
In den ersten Tagen war herrliches Wetter, so dass wir den westlich vom Haus gelegenen Gartenteil endlich einmal in Angriff nehmen konnten. Aufräumen war angesagt, was auch dringend notwendig war. Außerdem wurde endlich der Wäscheplatz angelegt. Nun muss ich nicht mehr ständig darauf achten ob ein zu starker Wind weht, der mir regelmäßig den Leichtbau-Wäscheständer umgeworfen hat. Der heutige Waschtag ist dann auch die Einweihung der neuen Einrichtung. Vor allem die großen Wäschestücke haben nun genug Platz auf der Leine, um schnell trocknen zu können. Das Wäschegerüst mit Teppichklopfstange habe ich bei Univer eingekauft, die hatten die günstigsten Preise. Eine Wäschespinne war nicht das, was für meine Bedürnisse in Frage kam, ich wollte etwas Stabiles und Dauerhaftes, vor allem war mir die Teppichstange sehr wichtig. Wo sonst soll Frau denn die ganzen Läufer und Teppiche ausklopfen? Um Geld zu sparen, hatte ich mich für die verzinkte Ausführung entschieden, die ich nun noch mit Rostschutz und Farbe von Kreidezeit streichen muss.
Nun sieht es schon um Einiges besser aus im künftigen "Wirtschaftsgarten", trotzdem bleibt noch sehr viel Arbeit. Als nächstes muss eine vernünftige Kompostmiete aufgesetzt werden. Das wird wohl in dieser Woche in Angriff genommen. Außerdem muss das Durcheinander der gesammelten Altmaterialen gesichtet und neu aufgeschichtet werden. Aber das heben wir uns für den Mai auf.
Gestern haben wir uns dann an die Einrichtung der Werkstatt gemacht. Nachdem die nun fertig gestrichen ist, konnten die alten Vorratsschränke, Küchenschränke und Regale aufgestellt werden. Meine dringendste Aufgabe ist nun, das ganze Werkzeug endlich!!! so aufzuräumen, dass die stundenlange Sucherei ein Ende hat.
Außerdem in Planung:
- die Randbeete auf der Ostseite fertig vorbereiten
- befestigten Sitzplatz anlegen
- Brunnen suchen
Die gesamte Aussenfassade und die Zuwegung von der Grundstücksgrenze, inkl. dem Wiederaufbau der Treppe. Teile des Wegenetzes folgen, sobald das Gerüst abgebaut werden kann. Ab Ende des Monats werden wohl wieder ein paar Handwerker hier ihre Tage verbringen, sofern unser momentan viel beschäftigter Architekt bis dahin die Planung abgeschlossen und sämtliche KV's im "Kasten" hat. Ich spiele wirklich nur noch Bauleitung, auf Frust wegen Mißverständnissen und dicken Handwerkerköpfen habe ich keinerlei Lust mehr.
Ende des Monats war dann auch die Außenhaut fertig verputzt. |
Mai |
24.
Im und am Haus ruht, bis auf ein paar Kleinigkeiten, noch immer die Arbeit. Es geht erst nächste Woche mit der Fassade weiter. Aber im Garten tut sich was. Mehr darüber unter dem Navigationspunkt Der Garten |
Juni
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| Wir haben endlich den Brunnen gefunden *freu*.
Genau an dieser Stelle stand der Aufzug für die Dacharbeiten. Damit ist tonnenweise Material gefördert worden. Gar nicht auszudenken, wenn die Abdeckung aus dicken Sandsteinpatten nicht gehalten hätte. Nein, daran will ich jetzt nicht mehr denken. Der Brunnen ist Gold wert, nur das zählt. |
Juli |
Die Handwerker von der Fa. Bohmke sind da. Sie werden den Brunnen wieder "fein" machen. Über der Erde bekommt er nur einen kleinen Kranz aus frostfesten Ziegeln verpasst und dann kommt ein Holzdeckel drauf. |
September |
Endlich wird die Außentreppe in Angriff genommen. Zunächst muss ein Fundament gegossen werden. Darauf wird die neue Treppe gestellt. Das Innenleben besteht aus einen "Gerüst" aus modernen Materialien, auf das die alten Sandsteinplatten gelegt werden. Das hält dann für die Ewigkeit. |
Oktober |
Anfang des Monats kam dann auch noch das neue alte Geländer an seinen angestammten Platz. Das muss ich nun nur noch streichen.
Im Haus konnte die Diele fertig eingerichtet werden. Uns fehlte immer noch ein adäquater Spiegelschrank. Bei eb.. wurde ich dann endlich fündig.
Außerdem konnte das Gerüst auf der Ost- und Nordseite endlich abgebaut werden, nachdem der Maler den Gefachen etwas Farbe verpasst hat. Reine Kalkfarbe, abgetönt mit gelben Pigmenten. Ganz nach Befund ... Und das Ständerwerk wurde vollständig mit Waidfarbe in einem rotbraunen Ton gestrichen. |
Dezember |
Vor den Feiertagen mal eben noch eine Abrissorgie. Die allerletzte ...
Der Hausherr bewaffnete sich mit dem nötigen schweren Gerät und los gings. Die olle Garage war in wenigen Tagen Vergangenheit. Allerdings wurde dann doch noch professionelle Hilfe benötigt. An den Fundamenten hätte sich mein lieber Mann doch eher die Zähne ausgebissen.
Am 20. dann die erste Frostnacht. Frohe Weihnachten und bis nächstes Jahr!
Und sollte jemand der Meinung sein, wir hätten dieses Jahr zu wenig getan - nun, 15 Monate Vollzeit auf dem Bau haben Spuren hinterlassen. Ich bin heilfroh, dass mich eine Erkältung im Frühjahr dann nach etwa 3 Monaten doch noch freiwillig verlassen hat und mein Zusammenbruch Ende Januar auch längst Vergangenheit ist. |
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