02.
Ich glaube, das hier ist ein Aprilscherz.
Unser Tischler hat unsere alten Fenster total verhunzt, auch die nachgearbeiteten Türen sehen schrecklich aus. Zumal 2 davon nur aufzuarbeiten waren. Der hat doch tatsächlich auch diese beiden entsorgt. Und das trotz genauen Absprachen, was wie zu machen ist. Die alten Beschläge, Kloben und Bänder sind auch weg.
Ich glaube das einfach nicht - das gibt ein Nachspiel.
Wir haben eine Pechsträhne.
Lupo hatte im Bad die beiden Wände für die Duschecke vorbereitet und dabei den Lehm viel zu dick aufgezogen. Durch das dauerhaft kühle Wetter fing der an zu schimmeln. Wir mussten alles wieder abreißen, auch die etwas merkwürdige Unterkonstruktion für die geplanten Vorwände. Die Balken sind klatschnass und angeschimmelt. Das muss jetzt erst einmal trocknen.
Wir haben uns freundschaftlich von Lupo getrennt. Seine Erfahrungen mit dem Lehmbau sind wohl doch nicht so differenziert.
03.
Die Flocker sind da, endlich wird die Zellulosedämmung eingeblasen. Fast habe ich schon nicht mehr daran geglaubt. 2 Tage werden sie wohl beschäftigt sein.
07.
Wir haben die Gefache im Zwischenboden über der alten Miste entkernt, nächste Woche soll der durchgebogene Balken nach oben gedrückt werden und dann wird der morsche Ständer ausgetauscht. Es wurde beschlossen, diesen Teil durch zwei neue Ständer abzustützen und rechts außen auch noch einen zu befestigen. Dort liegen die Lagerbalken für den Boden sehr knapp auf und es kommen gleich 3 Stück an dieser Ecke an. Links wurde die Wand durch den durchgebogenen Balken schon etwas beschädigt. Aber das ist nur marginal.
Die Fenster- und Türengeschichte liegt nun beim Anwalt. Traurig, aber leider wahr. Nächste Woche ist Lokaltermin, danach wird das weitere Vorgehen abgesprochen. Dummerweise gibt es nix Schriftliches über die Vorgehensweise zur Sanierung. Wir haben dem Handwerker vertraut und alles mündlich vereinbart. Das ist nun besonders schmerzlich.
11.
Ich bin mit den Fenstern beschäftigt, unsere Helfer reißen gerade den alten Trog an der Miste aus und die Zimmerleute beschäftigen sich mit der Schwelle. Die haben heute Morgen mal eben schnell den Balken über der Miste hoch gedrückt. Ohne Ausfachungen ging das natürlich richtig easy. Jetzt stecken die Zapfen wieder in ihren Verbindungen. Ist schon irre, mit 2 kleinen Gasdruckhebern wurden 2 Stempel gegen den Balken gedrückt. Das war alles.
Am Abend:
Der erste Teil der neuen Schwelle ist drin. Hat gut geklappt. Ich habe heute alle Scheiben heile aus den Fensterrahmen rausgeholt. Ein Ergebnis von 100 % :-))) Besonders die ganz schlierigen aus dem Oberlicht des Esszimmerfensters, das wir am Samstag raus geholt haben. Ich bin zufrieden. Aber das Entlacken ist eine elende Schinderei. Teilweise liegt das an den krummen Rahmen. Die sind auf Grund ihres Alters schon ganz schön gebogen. Das muss einfach schneller gehen.
Dafür habe ich entdeckt, dass die beiden Fenster im Esszimmer auch original sein müssen. Die Beschläge sind noch handgeschmiedet, die Vorreiber auch. Alles war mit geschmiedeten Eisennägeln befestigt. Allerdings hat der Rahmen arge Schäden :-(
Unsere beiden Jungs haben die Steine der Wand über der Miste vollends sauber gemacht und den Zwischenboden aufgeräumt. Danach haben sie das olle Eck in der Miste abgebaut, alles sauber gemacht und den Boden schön verteilt. Darin ist Mark Weltmeister. Zum Schluss haben sie noch die Lehmwickel aus dem Fußboden im Wohnzimmer ausgebaut und nach draußen gebracht. Die sind alle unbrauchbar.
Die Zimmerleute bringen morgen Holz mit, das wir dann zuschneiden und als Fehlboden einbauen können. Das ist unsere Arbeit für den Samstag in der Woche nach Ostern. Anschließend kann der Altlehm rein. Nächsten Samstag (Ostersamstag) können wir die Wände im Keller abklopfen und anschließend mit dem Dampfstrahler abstrahlen. Jetzt ist es ja schön hell da unten und alles kann gut trocknen ;-)
Unser Lehmbauer und sein Maurer haben in der kommenden Woche auch gut zu tun. Sie kommen am Montag Abend, damit sie am Dienstag gleich früh loslegen können.
14.
Lokaltermin mit dem Anwalt.
Es stellte sich heraus, dass auch unsere doppelte Eingangstüre aus Eiche nicht so aufgearbeitet wurde, wie wir das in Auftrag gegeben haben. Es hat nur niemand gemerkt, weil sich der Tischler große Mühe mit dem nachgearbeiteten Profil gegeben hat und zusätzlich beide Türblätter dick mit Vorstreichfarbe zugekleistert hat.
Das Holz ist keine Eiche, sondern Lärche oder Douglasie, der Rahmen auch. Außerdem gibt es einige Schluderstellen. Ganz schlimm: auf der Rechnung steht " unter Verwendung der alten Teile". Nichts ist alt an dieser Tür, alles ist neu. Auch hier wieder die fehlenden alten Beschläge. Wertvolles, fast 200-jähriges Gut wurde hier zerstört. Und man hat uns nicht einmal gefragt. Alle Teile wurden ohne Rückfrage bearbeitet und dann zu Zeiten gebracht, in denen man damit rechnen durfte, dass auf der Baustelle Hochbetrieb herrscht.
Mir ist zum Heulen zu Mute.
Unser Anwalt nahm alles akribisch auf - als Fachanwalt für Baurecht hat er Erfahrungen mit derlei Konstellationen. Leider geht er jetzt erst einmal in Urlaub, danach geht es weiter. Aber ich darf nun alle Teile, die von diesem Tischler bearbeitet wurden, nicht mehr anfassen. Erst muss das Beweissicherungsverfahren abgeschlossen sein.
Ich habe mich aber derweil um einen "Ersatzbetrieb" gekümmert. Im Forum der IGB wurde mir ein Restauratorenbetrieb aus Rietberg empfohlen. Die werde ich zur Baustellenbesichtigung einladen und den Betrieb auch selbst besuchen. Vermutlich werden wir den Auftrag nach dort vergeben.
28.
Das geht ja wie's Brezelbacken - würden die Schwaben sagen ...
Im OG ist die erste Schicht Ausgleichs- bzw. Unterlehm komplett aufgezogen. Aber wir haben aufgrund des kühlen Wetters 2 Bautrockner gemietet, die nun dafür sorgen sollen, dass das auch anständig trocknet. Das ist zwar nicht ganz billig, aber bevor wir uns wieder ein Schimmelproblem ins Haus holen ...
Der Maurer hat in der Zwischenzeit die neue Schwelle auf der Südseite am Haupthaus wieder untermauert und im Anbau einen Teil der Südwand neu aufgemauert. Diese Gefache kippten schon gefährlich nach aussen. Außerdem wurde auch hier von innen wieder großflächig mit zementärem Putz ausgebessert. Beim Entfernen lockerten sich die Gefache und mussten nun neu ausgemauert werden. Wir haben aufgrund der Situation an dieser Wand beschlossen, alle Gefache rauszunehmen. Aber bevor hier weitergemacht werden kann, muss ein Gerüst her. Also beschloss ich, den Gerüstbauer anzurufen und das Haus noch einmal fast komplett einrüsten zu lassen. In 3 Wochen kommen sie. Hinten am Anbau haben wir dann 4 Wochen Zeit, die Gefache wieder in Ordnung zu bringen. Der Rest des Gerüsts wird wohl 3 Monate stehen.
Dann können wir auch schon anfangen, die Fassade am Haupthaus neu zu verputzen. Dort kommt ein zweilagiger Kalkputz dran, der anschließend mit einer Kalkfarbe gestrichen wird. Diese Arbeit soll möglichst nicht im Hochsommer gemacht werde, weil dann die Gefahr von Rissbildung besonders groß ist. Bei zu viel Wärme trocknet der Kalkputz zu schnell aus. Am besten ist bedecktes und nicht allzu warmes Wetter. |