04.
Unser Abenteuer nimmt Formen an. Am 01.09. haben wir das Baugesuch eingereicht. Da wir eine Umnutzung des Stallbereichs planen, war das notwendig.
Nun fehlt noch das ganze denkmalschutzrelevante Antragszeugs. Das wird vermutlich am 12. abgegeben. Und wenn alles glatt läuft, können wir Anfang Oktober loslegen. Jedenfalls hat unser Zimmermann das schon mal geplant.
Was wir alles selbst machen können haben wir diesmal festgelegt. Das fängt beim Abhängen der Sandsteinplatten an der Westseite an und hört (zunächst mal) beim Verlegen der Elektroleitungen auf. Aber da kommt noch mehr. Bis jetzt ist der Garten so gut wie fertig aufgeräumt und für das Gerüst vorbereitet. Männe hat angefangen, die Sockelverkleidung aus Spritzzement abzuklopfen. Was eine blöde Arbeit ist ..., möchte wissen, wer auf die Idee kam das Zeug auf die wunderschönen Sockelsteine aufzubringen. Wenn wir die erst mal sauber gemacht und mit Kalkmörtel neu verfugt haben, werden sie in neuem Glanz erstrahlen. Bis dahin rauscht aber noch viel Wasser den Rhein runter ;-)
Im Moment fällt noch sehr viel Schreib- und Planungsarbeit an. Manchmal weiß ich schon gar nicht mehr, ob ich noch denken will ;-). Das ist alles ganz schön anstrengend und natürlich auch sehr ungewohnt. Aber man lernt auch sehr viel dabei.
06.
Eine E-Mail landete heute in meinem Post. Das ist nun nichts Ungewöhnliches, ich bekomme ständig welche. Aber die hier überraschte mich.
Ob die Lippische Bevölkerung wohl Interesse an unserem Projekt Fachwerkhaussanierung hat? Eine Redakteurin der Lippischen Landeszeitung glaubt das wohl. Jedenfalls will eine Geschichte schreiben. Ich warte (nein, wir warten) nun gespannt auf das Weitere.
Ansonsten wollte ich mich heute eigentlich mal wieder meinen Hausfrauenpflichten widmen. Nix da, unser Architekt hatte da ein paar Einwände (zu Recht) an meiner Badplanung. Das WC war sehr unglücklich plaziert - wie profan ;-) So, wie ich das geplant hatte, hätte es ein paar technische Probleme wegen einer zu langen Ableitung gegeben, die nicht genug Gefälle gehabt hätte. Zumal oben drüber, im künftigen Gäste-WC ja auch noch eins angeschlossen wird.
Leider gefiel mir dann sein Vorschlag überhaupt gar nicht. Also setzte ich mich hin und versuchte mich an Alternativen. Die erste Alternative - na ja - mir gefiel sie nicht so gut wie die Urprungsidee. Der Herr Architekt äußerte dann auch seine Bedenken, übernahm meinen Vorschlag aber. Am Abend zeigte ich Männe das "Problem", aber der schüttelte heftig den Kopf. Mein Einfall gefiel ihm noch weniger als der des Architekten. Also habe ich noch mal von vorne angefangen. Ganze 3 Stunden saß ich vor dem Bildschirm. Hab die "Einrichtung" hin und her geschoben, bin bald verzeifelt weil nix wirklich gut aussah. Aber dann hatte ich doch noch die rettende Idee. Die Lösung gefällt uns nun gut.
Und dann war da noch das Problem mit der Regenwassereinleitung, bzw. der Planung dafür. Ich will das anfallende Regenwasser zunächst in Tonnen sammeln. Eine richtige Zisterne kommt aber wegen der nicht unerheblichen Kosten nicht in Frage. Die Einleitung ins öffentliche Netz liegt aber nun mal sehr ungeschickt auf der Ostseite im kleinen Garten. Im Moment gibt es u.a. eine Querleitung von der Nord- zur Ostseite, die direkt über dem Sockel verläuft. Zusammen mit dem Fallrohr auf der Südseite des Haupthauses landen diese beide Rohre in einem kleinen Sickerbecken, das direkt an das Netz angeschlossen ist.
Unser Architekt plante nun für das Fallrohr auf der Ecke der Nord/Ostseite eine separate Leitung zum Kanal (diese quer verlegte Leitung gefiel ihm nicht). Damit wäre aber das gesamte Regenwasser des großen Norddachs verloren gewesen, denn an dieser Ecke kann man keine Tonnen aufstellen. Guter Rat war teuer. Aber wie immer, ich habe auch dafür eine Lösung gefunden. Nun wird es wieder eine Querleitung geben, an deren Ende eine große Tonne halb eingegraben wird. Da ich das gesamte Regenwasser sowieso auf die Westseite pumpen muss (da ist später mal der große Gemüsegarten), ist es egal wenn ich ein paar hundert Liter zusätzlich "umleeren" muss. In heißen Sommern brauche ich hier in meinem relativ kleinen Garten mit rund 300 qm Fläche für Gemüse und Blumen schon sehr viel Leitungswasser zusätzlich, was ziemlich ins Geld geht. In Hummersen sind es aber runde 800 qm Gartenfläche. Da heißt es immer fleißig Regenwasser sammeln, sonst zahlen wir uns an den Gebühren dumm und dämlich. Die Tonnen selbst und diese Querleitung kann man sehr preisgünstig hinter rankendem Grün verstecken.
07.
1824
Wow, das wird ja immer spannender :-)
Heute haben wir Post von der Brandschutzversicherung bekommen bei der unser Haus wohl schon seit ewigen Zeiten versichert ist. Es war eine Aufstellung der Beitragsberechnung beigefügt, nach der unser Haus 1824 erbaut wurde. Wenn das stimmt, hätten wir ein knapp 200 Jahre altes Gebäude in unserer Obhut. Das würde dann auch die "schwarze" Küche und den vermutlich ehemals vorhandenen offenen Kamin im Klassenzimmer erklären.
Männe wird nachher mit denen telefonieren weil er noch Fragen hat. Bei der Gelegenheit wird er auch gleich nachhaken, welche alten Unterlagen die noch über das Haus haben.
Jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen ...
09.
Seit gestern haben wir es offiziell und schriftlich: Unser Haus ist ein Denkmal. Der Eintragungsbescheid flatterte hochoffiziell im gelben Umschlag als Förmliche Zustellung ins Haus.
Ich hatte uns am späten Vormittag telefonisch bei der Unteren Denkmalbehörde für den kommenden Montag angemeldet. Während des Gesprächs wurde mir schon mitgeteilt, dass dieser Eintragungsbescheid dort rausgegangen ist.
Wenn wir nun auf die Einspruchsfrist von 4 Wochen verzichten, wird unser Antrag für die Förderung und die Um-/Ausbaumaßnahmen auch ganz schnell bearbeitet werden können, damit wir tatsächlich endlich im Oktober anfangen können. Was hätten wir davon, diese Einspruchsfrist verstreichen zu lassen, natürlich verzichten wir darauf ...
Ich hatte aber aus einem ganz anderen Grund angrufen - wir wussten nämlich nicht, in welcher Form wir denn nun unseren Antrag für die geplanten Maßnamen abgeben sollten. Jetzt weiß ich es. Ein sogenanntes Raumbuch sollte angelegt werden. Hört sich hochtrabend an, ist aber ganz trivial. Das ist einfach nur ein Word-Dokument, in dem alle Maßnahmen Zimmer für Zimmer drin stehen. Macht aber viel Arbeit und mir rauchte denn auch gestern Abend schon ganz schön der Kopf. Jetzt gleich geht es weiter, denn heute Mittag treffen wir uns mit unserem Archi um die Geschichte nochmals ausführlich zu besprechen. Schließlich soll unsere Präsentation schlüssig sein und die Maßnamen auch genehmigt werden ;-)
Übrigens steht unser Häuschen anscheinend schon in der Zeitung, inkl. meiner Homepage. Und am kommenden Mittwoch haben wir einen Termin mit einer Redakteurin, die eine Geschichte über unser Projekt machen will. Wer hätte das gedacht, dass wir nochmal so berühmt werden ;-)
Und nun gehts weiter im Text, mit dem Raumbuch (was für ein Wort).
18.
5 Tage voller Einsatz sind zu Ende. Angefangen hat es am vergangenen Montag mit der Abgabe des Raumbuchs und des Förderantrags.
Viel Arbeit steckte bis dahin im Detail. So ein Raumbuch hört sich kompliziert an - ist es dann aber auch. Obwohl es nichts anderes ist, als die Aufzählung der Vorhaben in den einzelnen Räumen. Aber viel komplizierter empfand ich das Formular für die Beantragung der Fördergelder. Armes Deutschland - was bist du doch für ein Beamtenstaat ... Trotzdem, ich habe es geschafft, und prompt auch einen Fehler eingebaut. Den musste ich denn heute noch ganz schnell korrigieren. Die Sachbearbeiterin hat das schon im Postfach.
Am Nachmittag kam dann der zweite Sanitär- und Heizungsfachmann für eine Besichtigung der Baustelle vorbei. Das Angebot war dann am Samstag auch schon im Postkasten. Die Firma bekommt den Auftrag.
Am Dienstag war dann erst mal wieder Ruhe und ich konnte arbeiten. Stall und Außenbereich musste noch gesäubert werden. Außerdem gab es noch ein kleines Holzlager in einem der alten Schul-WC's, das ausgeräumt werden musste. Unter dem Holzstapel kam ein Original-Donnerbalken zum Vorschein. Dann habe ich noch einige Reihen des Sandsteinbehangs abgenommen. Leider kamen dabei dann auch richtige Schäden an Riegeln und Verbindungen zum Vorschein. Auf dieser Seite muss viel gemacht werden. Männe war auf der Straße, er hatte einige Termine zu absolvieren.
Am Mittwoch bekamen wir Besuch von der Presse. Die Lippische Landeszeitung wird irgendwann demnächst einen kleinen Artikel über unser Projekt abdrucken. Ansonsten habe ich mein Steinlager angefangen zu errichten und Männe hat alten Putz vom Sockel geklopft.
Am Donnerstag dann Besuch vom Versicherungsmenschen. Die Feuerversicherung musste abgeschlossen werden. Netterweise hat der gute Mann Unterlagen mitgebracht, nach denen unser Häuschen nun doch schon 1824 erbaut worden ist. Aber so 100%ig bin ich davon noch nicht überzeugt. Ich muss doch noch mal im Landesmuseum forschen. Lt. Aussage des Versicherungsmenschen wurden dort sehr viele Unterlagen der Versicherung hingegeben. Vielleicht habe ich Glück ... Übrigens ist das Haus nun während der Bauzeit umsonst Feuerversichert. Wenn wir fertig sind kommt ein Schätzer und wird das Haus neu einstufen. Diese kostenlose Versicherung geht über ein Jahr und wird bei Bedarf noch mal um 6 Monate verlängert.
Ein Baum musste noch gefällt werden und einige Büsche mussten weichen, damit der Abwasserschacht gesetzt werden kann. Aber dieser Apfelbaum war sowieso recht krank. Ich habe dann zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Boden gemacht: schwerer Lehm- / Tonboden. Das Umgraben war extrem beschwerlich. Trotzdem habe ich es geschafft und einen Platz für die ausgegrabenen Büsche geschaffen. Männe klopfte derweil den ollen zementären Spritzputz weiter vom Sockel ab. Leider fing es am späten Nachmittag an zu regnen. Also hörten wir auf und machten uns auf die Suche nach einem gebrauchten Wohnwagen. Die Übernachtungen im Hotel werden auf Dauer zu teuer. Wir fanden dann auch was im Nachbarort. Bis November werden wir also zu Campern auf dem eigenen Grundstück ;-)
Am Freitag Morgen dann Schnürlregen. Wir verzogen uns ins Haus und fingen im künftigen Esszimmer an, den Lehmputz von Wänden und Decke abzuschlagen. Das war wahrhaftig der Staub der Jahrhunderte, der da runter kam. Im Moment sieht es am Boden aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Weil unser Container abgeholt wurde und wir erst am 26. wieder einen neuen bekommen, konnte ich den Schutt nicht mehr aufräumen. Zu Tage traten weitere Schadensbilder: angefaulte Balken überall dort, wo mit viel Zement repariert wurde. Zum Glück sind diese Schäden nicht sehr schlimm. Meist wird das Abbeilen der morschigen Teile ausreichen. Das Fachwerk ist ja immerhin aus dicker Eiche. Allerdings sind alle Eckständer sehr geschädigt. Hier wird der Zimmermann doch gute Arbeit haben.
Den Samstag gingen wir etwas ruhiger an. Unser Schreiner kam noch einmal vorbei. Mit ihm besprachen wir die Reihenfolge der Fenstersanierung und die Möglichkeiten für die Sanierung der Außentüren. Da ich dabei auch sehr viel selbst machen möchte (Farbe entfernen, Ausglasen, etc.) war diese Abstimmung notwendig. Dann hatten wir noch ein Gespräch mit einem zweiten Zimmermann. Es ist immer gut, zwei Eisen im Feuer zu haben. Mal sehen, auf welchen Preis er kommen wird.
Gegen 14 Uhr brachen wir auf. Schnell noch eingekauft und dann immer der Straße entlang in Richtung Heimat. Unsere Katzen freuten sich sehr, dass wir endlich wieder da waren. Miezi ist im Moment sehr verschmust. Sie vermisst mich offensichtlich sehr. In etwa 6 Wochen müssen sie sich dann auch an die neue Heimat gewöhnen.
Es ist kalt geworden - und zu allem Überfluss wollte die Ölheizung im alten Haus nicht. Der Notdienst musste her, jetzt ist es wieder schön warm. Ich habe heute einige Büroarbeit vom Tisch geschafft. Morgen muss ich dann endlich alle Adressen der Handwerker erfassen und die gesamte Korrespondenz scannen, bzw. zuordnen. Der Haushalt schreit auch recht laut. Und ans Einpacken muss ich nun auch schon denken.
Mir wird also sooooo schnell nicht langweilig.
21.
1823 - gesichert
Wie kann man wegen einer simple Zahl nur so aus dem Häuschen geraten ...
Ganz einfach - weil es das Baujahr unseres alten Schulhauses ist. Definitiv! Aber von vorne:
Da war doch die Redakteurin von der Lippischen Landeszeitung, die eine Geschichte über uns und das Haus schreiben wollte. Was sie aucht tat. Am 18.09.05 erschien er - in der Samstagsausgabe - eine halbe Seite groß. Wahnsinn!! Ein wenig wurden unsere Aussagen zwar verdreht, aber das ist ja normal. Es muss halt spektakulär klingen. Ist auch nicht wirklich schlimm.
Toll dagegen ist, dass heute das Telefon klingelte und ein Archivar des Staatsarchives in Detmold mir mitteilte, dass dort eine komplette Akte über das Haus existiert. Mit Bauplänen, etc. Deshalb also nun das Wissen: unser Haus ist 182 Jahre alt. Er teilte mir die Nummer diese Akte mit und ich werde nun in den nächsten Wochen an einem Montag (da haben die bis 20 Uhr auf) dort hin fahren um das Ganze zu studieren. Natürlich werde ich Kopien machen, sofern das möglich ist und mich nicht ein Vermögen kostet.
Andere warten ein Leben lang auf den Sechser im Lotto - ich habe ihn heute gezogen
;-)
23.
Heute kamen die Baugenehmigung und die Kanalanschlussgenehmigung per Post.
Ich hatte eine mangelhafte Aufteilung der Kosten für die Förderung aus der Dorferneuerung erstellt und musste das nacharbeiten. Sonst wäre der Bescheid schon am vergangenen Dienstag rausgegangen. Diese Verzögerung habe ich mir selbst zuzuschreiben.
Ansonsten wurde weiter gepackt.
24.
Um 8:30 Uhr sind wir nach Heilbronn gefahren, den Sprinter abholen.
Am Nachmittag dann Verladen der gesamten Topfpflanzen, Regentonnen und allen möglichen Dingen, die im Wohnwagen gebraucht werden. Weil Männe es versäumt hat, sich um einen Unterstellplatz für die Kartons und Möbel zu kümmern, mussten wir umdisponieren und konnten keine Kartons einladen.
Am Abend stand ich noch am Bügelbrett und später saß ich an der Nähmaschine.
25.
Zu spät aufgestanden. Männe hatte wegen 4 Uhr gemosert und ich habe mich breit schlagen lassen. Nie wieder!! Er kann nun mal nicht abschätzen, wie viel Zeit für welche Arbeit benötigt wird. Gegen 14 Uhr waren wir in Hummersen. Schnell wurde ausgeladen und der Wohnwagen geholt. Dann mussten die schweren Gegenstände aus dem OG in die Garage geräumt werden. Da mein Kreuz schon STOPP!! sagte, half der Nachbar gegenüber. Am Ende war doch noch alles gut. Aber es musste richtig rangeklotzt werden. Am Abend sind wir dann zum Schwimmen in die "Lippische Rose", danach haben wir dort gegessen. Dann war es Zeit für die erste Nacht im Wohnwagen.
26.
Heute morgen habe ich Männe noch mal zur Tankstelle gescheucht. Er hat wieder einmal vergessen, den Wagen (Sprinter) vollzutanken. Das ist eine regelrechte Macke von ihm. Und ich stehe dann da ...
Danach hat er noch ein paar Palletten organisiert. Die kommen später als Boden ins Vorzelt. Danach ist er ab nach Marl und ich war alleine.
Den ganzen Tag habe ich den Rest aus dem Haus geräumt und die Platten in der Werkstatt hochgenommen. Morgen kommen ja die Tiefbauer, die den Abwasserkanal legen sollen. Nachmittags kam unser Zimmermann. Wir besprachen noch einmal was zu tun ist. Manches ist ja nun schon sehr schön zu sehen. Am Abend war ich dann rechtschaffen müde und kaputt, legte mich mit einem Glas Rotwein in den Wohnwagen, machte das Radio an und schlief irgendwann ein.
Die Nachricht vom erteilten Zuwendungsbescheid (Dorferneuerung) war heute auch bei den Mails. Männe rief mich extra an.
Jetzt fehlt nur noch das OK von Münster.
27.
Beim Aufstehen ist es passiert: ich klemmte mir den Nerv endgültig ein. Eine blöde Bewegung ...
Die Tiefbauer kommen heute. Ich rief die Vorbesitzerin an, sie fuhr mich zum Arzt. Ich bekam eine Spritze und Tabletten verschrieben. Am Nachmittag schleppte ich mich mehr schlecht als recht durch die Gegend.
Der Stich vom Abwasserkanal wurde nicht auf dem Grundstück gefunden. Dabei haben die Jungs der Fa. Bohmke schon fast 3 m tief geschachtet. Der Beauftragte der Stadt Lügde kam nach einem Anruf raus. Die haben keine Pläne, die Abwasserleitung wurde vor 1967 gelegt - lange vor der Eingemeindung. Guter Rat war teuer. Irgendwann trafen wir die Entscheidung nicht mehr weiter zu suchen, sondern die Kanalkamera herbeizuholen. Aber die Firma kann nicht vor Freitagmorgen.
Ich habe entschieden, dass der Graben weiter aufgemacht werden soll und dann die Leitung verlegt wird. Die sollen alles fertig machen, so, dass man nur noch den Anschluss setzen muss.
Der alte Betonboden in Stall, Gang und WC wurde komplett aufgestemmt.
Am Abend zog ich ins Hotel. Nach dem Essen nahm ich eine Tablette, danach ging es mir besser.
28.
Habe gut geschlafen, nur das Kopfkissen war fürchterlich ...
Der Graben für den Abwasserkanal wurde fertig gemacht und die Rohre verlegt. Zum Glück kam am Nachmittag unser Sanitärmeister - den hatte ich zum Termin gebeten weil ich die Vorgehensweise mit ihm besprechen wollte. Unser Herr Archi - dem ist nicht aufgefallen, dass im Bodenablauf kein weiterer Abgang vorgesehen war. Die hätten den Graben wieder zugeschüttet und die Sanitärleute hätten das wieder aufgraben dürfen ...
Aber das wurde ja nun verhindert. Der Graben bleibt offen bis die Anschlüsse gelegt sind.
Am Nachmittag wurde der Kontrollschacht gesetzt.
Ich habe mein Kreuz ganz langsam wieder an Belastung gewöhnt. Den Schutt im Gang hatte ich bi szum Abend zur Hälfte ausgeräumt. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen.
29.
Schnürlregen, fast den ganzen Tag.
Heute wird der Freiraum vor dem Stall für die neue Wasserleitung aufgestemmt. Die Jungs taten mir leid. Vor allem der Baggerführer, der stand stundenlang im Regen.
Zum Glück passt viel Schutt in die alte Grube. Das spart machen Weg mit voller Schubkarre zur Mulde. Die Durchbrüche sind bis zum Nachmittag fertig. Das war keine einfache Arbeit, durch die ganzen Steine hindurch. Der Minibagger stand irgendwann im Stall und hat von dort ausgeschachtet. Aber sie haben es geschafft. Und ich habe weiter Schutt ausgeräumt. Mein Kreuz hält sich tapfer.
30.
Die Firma mit der Kanalkamera war schon mit der Arbeit fertig, als ich kurz vor 8 Uhr auf der Baustelle ankam. Die haben den Stich gefunden und mit großen blauen Pfeilen aus der Sprühdose auf dem Boden und an der Mauer markiert. Der Beauftragte der Stadt gab sein mündliches OK zum Graben auf dem Randstreifen. Jetzt müssen die doch noch mal durch eine Mauer ...
Ich habe trotz Regen den gesamten großen Stallraum freigeräumt und noch einen Teil vom Gang. Bin stolz auf mich.
Am späten Abend kam Männe aus Marl. Er schaffte bis zur Dunkelheit noch den Rest des Gangs freizuräumen. Dann war Feierabend.
Vom Vorzelt sind auch schon 2 Teile da. Und das Gewächshaus ist komplett heute angeliefert worden. |