Das alte Schulhaus in Hummersen
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Das Haus

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Liebe auf den ersten Blick, erste Eindrücke am 5.7.05

   

Anfang des Jahres 2005 diskutierten wir noch unseren Ursprungstraum von einem altehrwürdigen Häuschen in Frankreich nach Erreichen der Altersgrenze in ca. 10 Jahren. Recherchen in dieser Richtung liessen aber erahnen, dass bis dahin die Preise für entsprechende Objekte eher noch weiter ansteigen. Außerdem werde ich als ausführendes Organ (handwerklich überdurchnittlich begabt) ja auch nicht jünger. Die Sprachbarrieren müssen überwunden werden (ich spreche bis heute nur wenige Worte französisch). Der Gedanke an ein Leben allein in der Fremde (falls mein Lieblingsmann vor mir gehen muss) macht auch nicht gerade Mut. Wir kamen also zu dem Ergebnis, dass dieser Traum wohl einer bleiben wird. Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung ;-)

Derartige Überlegungen sollte man mit Köpfchen führen, sonst findet man sich ganz schnell in einer unerwarteten Situation wieder, mit der man nicht oder nur sehr schwer fertig wird.
Aber was tun? Wir wollten weiter darauf hin arbeiten, im Alter keine Miete mehr zahlen zu müssen. Ich besann mich auf diverse Immobilienseiten im Internet und machte mich auf die Suche. Schnell war klar, dass wir uns ein Fachwerkhaus kaufen wollten. Möglichst eins, das noch nicht verschlimmsaniert wurde.

Wir waren schon seit ein paar Wochen dabei, diverse Kandidaten abzuklopfen. Ein Haus im Harz erwies sich als Feuchtigkeitsspeicher und Asbestschleuder, andere waren nach genauerem Hinsehen auch nicht ideal. Mein mir Angetrauter hatte noch die Idee von einem reetgedeckten Haus, aber auch die stehen auch nicht massenhaft frei, vor allem nicht zu dem Preis, den wir zu zahlen bereit waren. Es gab ein wunderschönes Objekt, aber da waren wir zu unentschlossen. Als ich einen Termin vereinbaren wollte, war das Haus schon weg.
Dann fand ich eine s.g. besondere Immobilie. Diese denkmalgeschützte alte Schule aus dem Jahr 1890 (geschätzt, genauere Informationen lagen zu diesem Zeitpunkt leider nicht vor). Ein ehemaliges Klassenzimmer mit anschließendem Wohntrakt und später angebauter Scheune/Stall auf 1026 qm² Grund zum Grundstückspreis. Das Hauptgebäude ist ein Fachwerkbau mit Lehmgefachen, der Anbau ist ebenfalls Fachwerk, die Gefache sind aber mit Ziegelsteinen ausgemauert. Der Anbau an der Garage stammt ebenfalls noch von einem alten Gebäude: Fachwerk mit Lehm.

Das Haus schaute mich auf den Bildern mit seinen alten Augen an und schien zu sagen: nimm mich, ich bin das was du suchst. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es denn innen aussehen könnte, denn ein Grundriss war bei den eingestellten Bildern nicht dabei. Wir diskutierten darüber und beschlossen, ganz schnell einen Termin zu vereinbaren. Was uns auch gelang. Ich hatte Glück und konnte noch einen Fachmann auftreiben, einen Zimmermann, der uns bei der Besichtigung vor allzu schneller Reaktion schützen sollte. ;-) Den Beauftragten der unteren Denkmalschutzbehörde konnte ich telefonisch auch noch zum Termin bitten.

Also pilgerten wir am Dienstag, 5.7.05 in aller Frühe los. Die Strecke von etwas über 400 km legten wir auch ohne größere Probleme zurück und waren pünktlich vor Ort. Auf der Suche nach der Straße in der die Besitzerin wohnt, standen wir plötzlich vor dem Objekt. Ich erkannte es sofort, es ist das einzige alte Haus in der Straße. Alle anderen Häuser sind längst durch Um- und Anbauten beinahe unkenntlich gemacht.

Die alte Schule dagegen steht seit ca. 110 Jahren so da, wie sie einmal erbaut wurde. Es wurden bisher so gut wie keine Sanierungen vorgenommen (scheinbar), außer ein paar Lehmgefachen, die unsachgemäß repariert wurden und wenige Schäden an der Grundkonstruktion (angefaulte Eckbalken). Ich nehme an, dass dieses Haus gerade deshalb die Jahrzehnte so gut überstanden hat, weil man weder eine Heizung einbaute, noch die sanitären Einrichtungen modernisierte. Außer einem Donnerbalken und einer Handschwengelpumpe weist es keinen Komfort auf. Irgendwann wurde Strom ins Haus gelegt, aber der Hausanschluss ist recht abenteuerlich. Ein Anschluss ans öffentliche Wasser/Abwasser besteht zwar, ist aber auch eher provisorisch. Das Dach muss neu gedeckt werden, es ist in Teilen undicht und die Dachziegel sind so alt wie das Haus.

Da haben wir also ein fast jungfräuliches Fachwerkhaus entdeckt.

Bei der Besichtigung stellte sich heraus, dass es Platz ohne Ende gibt. Insgesamt hätten wir nach Ausbau der Tenne runde 300 qm² Wohn-/Nutzfläche zur Verfügung. Und das auf einem Grundriss von rund 200 qm².

Bilder im Album unter Link Erste Besichtigung

 

Anblick von der Ostseite

So sahen wir das Haus zum ersten Mal

Ansicht von Süd-Ost

Ansicht von Süd-Ost mit Blick auf den Anbau

Blick von der Süd-Westseite

Blick von der Süd-Westseite auf Sandsteinbehang und Eingang in den Anbau

Blick auf die Nordseite mit Nebenhaus und Garage

Blick auf die Nordseite mit Nebenhaus und Garage

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